Fakten
Thema Erneuerung des Straßenraums
Finanzierung Städtebaulicher Denkmalschutz
Gesamtkosten ca. 1,88 Mio. €
Baukosten ca. 1,69 Mio. €
Zeitplanung Baubeginn 2014 / Fertigstellung voraussichtlich 2016


Melchiorstraße

Die im Jahr 1849 angelegte Melchiorstraße definiert die südliche Grenze des Sanierungsgebiets zwischen dem Michaelkirchplatz und dem Engeldamm. Zusammen mit der Adalbertstraße dient sie der verkehrlichen Erschließung mehrerer Blöcke, von denen zwei ebenfalls im Sanierungsgebiet liegen. Die angrenzende Bebauung besteht überwiegend aus Wohnbauten. Der Unterbau und die asphaltierte Fahrbahn der Melchiorstraße befinden sich in einem desolaten Zustand. Es sind massive Schäden in der Fahrbahnoberfläche und im Gehwegbereich sichtbar. Der flache Wurzelwuchs der Straßenbäume knapp unterhalb der Oberfläche führte vielfach zu einem Aufbruch von Fahrbahn- und Gehwegbeläge.

Im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz sollen nun die Fahrbahnen und Gehwege erneuert werden. Die in Teilbereichen noch erkennbare ursprüngliche Geometrie des Straßenraums und der Oberflächenmaterialien sollen wieder hergestellt und dabei möglichst originale Materialien verwendet werden. Auch die öffentliche Beleuchtung und Straßenabläufe werden erneuert. Zur Qualifizierung des Straßenraums werden u. a. Gehwegvorstreckungen eingerichtet, neue Fahrradbügel aufgestellt und Baumscheiben vergrößert. Die Anordnung der Stellplätze (Quer- und Längsparken) wird geringfügig modifiziert, so dass einige zusätzliche Stellplätze entstehen.

Baumgutachten und Planung
Im Sommer 2012 wurde aufgrund der problematischen Baumsituation in der Melchiorstraße Herr Prof. Dr. Balder vom Institut für Stadtgrün mit der Anfertigung eines Baumgutachtens beauftragt. Das Gutachten weist auf erhebliche Schäden an den bestehenden Spitzahornbäumen hin, die 1998 im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme gepflanzt wurden. In der Schlussfolgerung der Untersuchungsergebnisse empfahl Prof. Dr. Balder die vollständige Entnahme der bestehenden Bäume und eine Neupflanzung von klein- und mittelkronigen Baumarten mit umfassender Bodenvorbereitung. Zentrale Argumente für einen Austausch der Bäume waren der aktuelle Vitalitätszustand, die mangelnde Entwicklungsperspektive sowie Einsparpotenziale in der Unterhaltung der Bäume in den kommenden Jahren.

Die Vorplanung sowie die Ergebnisse des Baumgutachtens wurden den Anwohnern in einer öffentlichen Informationsveranstaltung im November 2012 vorgestellt. Die dort gesammelten Anregungen und Hinweise der Anwohner wurden in der weiteren Ausführungsplanung vom Landschaftsarchitekturbüro Glaßer und Dagenbach berücksichtigt. Da alle Bäume stark geschädigt sind bzw. den Straßenraum durch den Wurzelwuchs schädigen, müssen diese im Zuge der Erneuerungsmaßnahmen komplett ersetzt werden. Daher werden alle Bäume bis Februar (vor der Nistzeit der Vögel) gefällt und zum Abschluss des Straßenumbaus neu gepflanzt: auf der nördlichen Seite der Melchiorstraße vorwiegend schlanke Säulen-Hainbuchen, auf der Südseite soll es einen Wechsel von Feldahorn, Zierkirsche und einer besonderen Erlen-Art geben. Die Baumgutachter und Landschaftsplaner empfahlen diese Baumarten mit Blick auf die besonderen Gegebenheiten des Standorts.

Durchführung
Die Vorbereitung der Baumaßnahme erfolgte im Herbst 2014. Die Bauarbeiten werden über die Jahre 2015 und 2016 andauern. Sie beginnen 2015 auf der südlichen Straßenhälfte, im Jahr 2016 werden sie auf der nördlichen Straßenhälfte sowie der Kreuzung Adalbertstraße fortgeführt. Im Rahmen der Bauarbeiten führen zudem die Berliner Wasserbetriebe umfangreiche Erneuerungen und Sanierungen am Trink- und Abwassernetz durch. Zur Gewährleistung des Anlieger- und Lieferverkehrs sowie zur Nutzung durch Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge wird während der Bauarbeiten eine Einbahnstraßenregelung angeordnet. Weitere Informationen zu den anstehenden Baumaßnahmen können diesem Flyer und der Ausführungsplanung entnommen werden.

 

             
 
Warum heißt die Straße Melchiorstraße?

Die Straße wurde am
7. April 1849 zu Ehren des Freiherr Melchior Ferdinand Joseph von Diepenbrock (1798–1853) benannt. Der Theologe wirkte als Fürstbischof und Kardinal von Breslau.