Fakten
Thema Wiederherstellung einer historischen Gartenanlage
Finanzierung Städtebaulicher Denkmalschutz (teilweise)
Gesamtkosten ca. 6 Mio. €
Baukosten -
Zeitplanung Erneuerung 2011 abgeschlossen


Luisenstädtischer Kanal und Engelbecken

Der ehemalige Luisenstädtische Kanal bildet bis heute das städtebauliche Rückgrat der Luisenstadt. Der 1848-1852 nach Plänen des Gartenarchitekten Lenné geschaffene Verbindungskanal zwischen Spree und Landwehrkanal, der sich am Engelbecken aufweitete, wurde 1926-1929 im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zugeschüttet. An seiner Stelle entstand mit einem Niveau von 1,60 m unter den angrenzenden Straßen nach dem Entwurf des Berliner Stadtgartendirektors Erwin Barth eine Grünfläche. Der im Krieg kaum beschädigte Grünzug wurde nach 1945 teilweise mit Trümmerschutt aufgefüllt und im Stil dieser Zeit umgestaltet. Der Mauerbau 1961 machte die Fläche zum abgeschotteten Todesstreifen zwischen Mitte und Kreuzberg.

Nach dem Fall der Mauer begann die Freilegung der Gartenanlage mit den Einfassungsmauern, Treppen und Bodenbelägen. Die einzelnen Abschnitte des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal wurden seitdem schrittweise wieder hergestellt. Dazu gehören der Immergrüne Garten (1992/1993), der Rosengarten (1993-1995), der Waldpflanzengarten (2006) und der Blütensträuchergarten (2007/2008). Neue Baumpflanzungen in den begleitenden Promenadenstraßen strukturieren den Raum nach historischem Vorbild.

Das zentral gelegene Engelbecken wurde 1999 ausgebaggert und hat sich seitdem mit Grundwasser gefüllt. 2005/2006 erfolgten die Wiederherstellung der Beckenmauer, der Uferwege und Pergolen. Hecken wurden gepflanzt und Rollrasen verlegt. Zur Einweihung am 22. Mai 2007 sprudelten wieder 16 Fontänen. Im 2009 begonnenen zweiten Bauabschnitt wurde die frühere Baurampe durch eine Treppenanlage mit behindertengerechter Fußgängerrampe ersetzt. Das "Wasserschloss" mit den Backsteinarkaden wurde wieder errichtet und beherbergt seit Mai 2011 das zu einer Institution im Gebiet gewordene "Café am Engelbecken".

Die Maßnahmen zur Wiederherstellung des Engelbeckens und des Blütensträuchergartens wurde mit Mittel des Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz in Höhe von rund 2 Mio. Euro unterstützt.

 

             
 
Buchtipp:

Klaus Duntze,
Der Luisenstädtische Kanal, mit Beiträgen von Klaus v. Krosigk und Klaus Lingenauber, Landesdenkmalamt Berlin, erschienen im Berlin Story Verlag, 2011