Fakten
Thema Erneuerung der Grünanlage mit Spielplatz
Finanzierung Städtebaulicher Denkmalschutz
Gesamtkosten ca. 1,23 Mio. € (geplant)
Baukosten ca. 969.000 €
Zeitplanung Planung 2013 bis 2015 / Baubeginn offen


Köllnischer Park

Der Köllnische Park ist der letzterhaltene Teil einer ehemals deutlich größeren innerstädtischen Gartenanlage, deren Ursprung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts liegt. Dieser Garten verlief entlang des Festungsgrabens vor den barocken Festungsanlagen, die ab 1658 um die Doppelstadt Berlin-Cölln errichtet wurden. Bis 1750 wurden die Festungsbauten wieder abgetragen. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Gartengelände durch den Bau neuer Straßen und Gebäude immer mehr begrenzt. 1873 gestaltete Gustav Meyer den östlichen Teil des noch verbliebenen Gartens zu einer landschaftlich geprägten städtischen Grünanlage mit Spielplatz um. 1883 erhielt der Park mit der Zuschüttung des Festungsgrabens und dem Bau der Rungestraße sowie der Straße Am Köllnischen Park seine heutige Begrenzung. Mit dem Bau des Märkischen Museums 1901-07 durch den Stadtbaurat Ludwig Hoffmann wurde auch der Köllnische Park umgestaltet. Im Zusammenhang mit der Umgestaltung wurden u. a. Kunstwerke im Freien aufgestellt, da Hoffmann hiermit die Verbindung von Museum und Park herausstellen wollte. 1970 wurde die Parkanlage durch das Stadtgartenamt Berlin vollständig überplant. Dabei wurden der von Hoffmann noch in die Gestaltung integrierte ehemalige Bastionshügel abgetragen und ebene Rasenflächen mit Einzelbäumen sowie ein Kinderspielplatz angelegt. An der Südseite des Märkischen Museums wurden eine geräumige Terrasse geschaffen und zahlreiche originale und kopierte Kunstwerke in eine die Terrasse umgebende Mauer in Form eines "Lapidariums" (Sammlung von Steinwerken) eingefügt sowie im Park aufgestellt. Einige davon sind noch heute erhalten.

Die im Park befindlichen Skulpturen und Spolien sind zum Teil stark beschädigt oder verwittert. Auch im Park selbst sind Verschleißerscheinungen und Missstände festzustellen. Der Asphaltbelag ist teilweise durch Frostaufbrüche und Anhebungen durch Baumwurzeln beschädigt. An den Mauern, insbesondere der Spolienmauer, sind wesentliche Schäden, vor allem durch Vandalismus, entstanden. Zudem ist die Terrasse im Park nicht barrierefrei zugänglich. Zur Behebung der funktionalen und gestalterischen Defizite soll der Köllnische Park im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms Städtebaulicher Denkmalschutz instandgesetzt werden. Über ein landschaftsplanerisches Gutachterverfahren wurden die Planungsbüros TOPOS und Hortec im Jahr 2013 beauftragt, eine Analyse des Bestands durchzuführen und eine denkmalpflegerisch fundierte Planung zur Erneuerung der Grünanlage zu erstellen. Im Rahmen des Planungsprozess wurden u. a. eine öffentliche Informationsveranstaltung und eine Kinder- und Jugendbeteiligung durchgeführt.

Das Entwurfskonzept zur Parkgestaltung sieht vor, die Hauptwege entlang der zentralen Rasenfläche mit Asphalt zu versehen. Die übrigen Wegflächen werden mit einem wassergebundenen Tennenbelag befestigt. Für besondere Bereiche, wie den Eingangsplatz an der Wallstraße und die Terrasse, wird ein Granitpflaster vorgesehen. In der Diskussion waren auch verschiedene Varianten einer Einfriedung der Parks bzw. von Parkteilen als Voraussetzung für einen wirksamen Schutz der freistehenden Kunstwerke. Dabei sollte jedoch die ungehinderte Durchwegung des Parks gewährleistet werden. Eine Gesamteinzäunung des Parks wurde mehrheitlich verworfen. Als "Minimalvariante" soll nun die Einzäunung der Skulpturenterrasse am Märkischen Museum realisiert werden. Bauherr der noch ausstehenden Maßnahme ist das zuständige Straßen- und Grünflächenamt.

Wann das Bauvorhaben umgesetzt werden kann, ist derzeit offen. Zur Fortsetzung der Planung bedarf es einer Freigabe von Fördermitteln aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Insgesamt sind für Planung und Bau Kosten in Höhe von ca. 1,23 Mio. Euro veranschlagt.

 

             
 
Was sind Spolien?

Spolien sind Überreste von Reliefs oder Skulpturen bzw. Teile von nicht mehr vorhandenen Gebäuden (z.B. Säulenstümpfe, Kapitelle, Friese).